Der Begriff Diorama bedeutet altgriechisch »ich sehe hindurch«, »ich sehe durchschimmern« oder »ich durchschaue«. Ebenso steht der Begriff für eine halbdurchsichtige Theaterbühne. Bei meiner Auseinandersetzung mit der Emscherregion im Ruhrgebiet hat sich dieser Titel als programmatisch erwiesen, da er für mich zum einen die Wiederbelebung (Nachbildung) einer natürlichen Region zu einem bestimmten Zeitpunkt bedeutet und zum anderen den Moment einer Erkenntnis beinhaltet.

Die Abfolge der Serie kann linear als Jahreszyklus wahrgenommen werden – wie das Jahr ist der Wandel der Emscherregion durch ständige Zerstörung und Wiederaufbau geprägt. Die Serie der Landschaftsaufnahmen ist mit Portraits durchsetzt. Es sind Kinder der Region, die sich in der Übergangsphase zum Erwachsenwerden befinden: Die Balance aus Inszenierung und Natürlichkeit muss erst noch gefunden werden.

Text über Diorama von Peter V. Brinkemper:

Schaukästen in Naturkunde und Technik-Museen mit realistischen Modelllandschaften und Modellfiguren und wechselnder Beleuchtung, eine Art Theater der Wirklichkeit. Nico Schmitz’ evokative Inszenierung stellt Landschaftsbilder, Naturstudien, Nahaufnahmen und Porträts zusammen, in blassen oder gesättigten Farben, in Licht und Gegenlicht. Dabei zehren die Bilder in ihrer kontrastiven Komposition von der Technik des Dioramas und der Möglichkeit eines abgeleiteten, vorgeformten Schauens und kreisen zugleich die Subjektivität eines unschuldigen Blicks ein, der die oft unmerklichen Formen des Alltags und die Jahreszeiten in einem Kosmos ganzheitlicher Erfahrbarkeit transformiert.